Mittwoch, 22. Februar 2017

Kliniktagebuch 11

16.02.2017
ich weiß nicht was ich zur Zeit schreiben soll. Mir geht es eigentlich gut, aber trotzdem sind ständig die Gedanken an SVV anwesend.. ich kann sie bisher gut kontrollieren..ich hab nur angst vor dem nächsten Rückfall..ich weiß, dass es sehr unwahrscheinlich ist dass ich es nicht mehr mache. Aber ich hoffe ich kann es lange hinaus zögern. Essen klappt eigentlich auch  teilweise gut, seit fast 20 Tagen nicht mehr erbrochen! Keine Ahnung wann ich das das letzte mal geschafft habe. ich werde dafür halt von Tag zu Tag fetter..ich muss abnehmen..


17.02.2017
Ich mag nicht mehr... ich weiß ich bin immer schuld..An allem


18.02.2017
Ich weiß gerade nicht weiter..Meine Gedanken bringen mich noch um den Verstand..Die Narben verblassen immer mehr..Knapp 50 Tage ist es jetzt her! Fast täglich blitzen einfach Bilder in meinem Kopf auf wie ich mich verletzt usw. Kann es spüren..Den Schmerz..die Erleichterung..Es tut wo gut für einen Moment. Man kann ein wenig Druck ablassen.. es ist mein Ventil. Ich brauche ein anderes..Aber was? Meine Gefühle und Emotionen überfordern mich..Keine Ahnung. Es ist so viel..Mein Bester ich vermisse dich..ich hab dich im Stich gelassen und jetzt kann ich dir nicht mehr helfen. Du bist weg, für immer.  Und Papa ich bin Schuld, dass du tot bist.. Ich kann den Satz nicht sagen oder schreiben ohne, dass mir sofort die Tränen runter laufen.."mein Papa ist tot.." Hab mir Atosil geholt..ich hoffe ich kann schlafen..


19.02.2017
22 Tage...und jetzt Tag 0.. hab vorhin "gefressen" und gekotzt..Aber "nur" 2 Stück Kuchen. Naja nächstes mal schaffe ich es länger 


Schlimme schlimme Gedanken.. verschwindet bitte. Ich will euch nicht und vor allem brauch ich euch nicht. Bitte. Warum seid ihr hier? Was wollt ihr von mir..


20.02.2017
Geht es mir wirklich besser? Kann das sein, dass ich so plötzlich fast "gesund" bin? Nach so langer Zeit? Ist es nicht eher so, dass ich die Krankheit mal wieder aufschiebe, damit ich für den Moment funktioniere? Weil ich einfach keine Zeit habe um wirklich an mir zu arbeiten..Es wird verlangt, dass ich so schnell wie möglich gesund bin damit ich mein Leben weiter planen kann. Aber wie soll das so schnell gehen? Ich fühle mich so gehetzt. Unter Druck gesetzt. Mein 1. Aufenthalt 8 Wochen und jetzt der 2. nur 3-4 Wochen. Und nun soll alles gut sein? So dass ich mich voll und ganz auf mein Studium und mein Berufsleben konzentrieren kann?! Dass ich nicht lache..ich kann es mir nicht vorstellen. Aber ich nehme es mal so hin. Vielleicht haben sie ja recht..Ich werde es ja sehen..Die sind ja der Meinung, dass wenn ich ein geregeltes Leben habe mit einem Job und einer eigenen Wohnung dass dann alles gut ist und die Gedanken verschwinden..


22.02.2017
Was mach ich nur.. Geht weg.. ich will nicht so denken..Ich will mich nicht verletzten..Ich kann aber nicht mehr lange.. 53 Tage schon clean!! Hilfe..Ich versuche alles..und trotzdem habe ich das Gefühl es nützt nichts..

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